Der Beruf Gärtner im dualen Ausbildungssystem

Als Gärtner absolvierst du deine Ausbildung im „Dualen Ausbildungssystem“. Doch was steckt denn eigentlich genau hinter dem Begriff? Wir klären Euch auf!

Jedes Land hat ein eigenes Ausbildungssystem, in Deutschland ist die häufigste Form das „Duale Ausbildungssystem“, d.h. die Ausbildung findet abwechselnd im Betrieb und in der Berufsschule statt. In der Berufsschule lernt ihr die Arbeiten des Gärtners theoretisch kennen, im Betrieb wird dann aus der Theorie Praxis. Zudem bekommt ihr einen realistischen Einblick in jeden Bereich der Gärtnerei. Ein großer  Vorteil, denn so werdet ihr bestens auf eure berufliche Zukunft vorbereitet.

 

Rechtliche Regelung der dualen Ausbildung

Die betriebliche Ausbildung zum Beruf Gärtner wird im Allgemeinen durch die Ausbildungsordnung bestimmt. Diese gilt deutschlandweit und wird vom Berufsbildungsgesetz (BBIG) festgelegt. Im Anhang enthält die Ausbildungsordnung den Ausbildungsrahmenplan. Darin sind die Ausbildungsinhalte festgehalten. Er dient dem Ausbilder und euch als Vorlage für euren individuellen Ausbildungsplan, der wiederum Bestandteil eures Arbeitsvertrages ist.

Jedes Bundesland hat einen eigenen Lehrplan für seinen Berufsschulunterricht. Dadurch ist er im Gegensatz zur Ausbildungsordnung nicht in ganz Deutschland gleich. So kann es also sein, dass in Norddeutschland andere Fächer in der Berufsschule gelehrt werden wie im Süden Deutschlands.

Kandidaten für die duale Ausbildung

„Everbody is welcome“ – Laut dem BBiG kann jeder eine duale Ausbildung absolvieren, unabhängig von Geschlecht, Alter, Sexualität, Religion oder Schulabschluss. In den meisten Fällen legen Betriebe allerdings bestimmte Mindestanforderungen fest. Für den Beruf Gärtner wird mindestens ein Hauptschulabschluss verlangt. Höhere schulische Qualifikationen verbessern natürlich die Chancen.

Dauer der Ausbildung im dualen Ausbildungssystem

Die Ausbildung zum Gärtner/in dauert in der Regel drei Jahre. Wer bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen oder einen höheren Schulabschluss wie Fachhochschulreife und Abitur hat, kann die Zeit verkürzen. Bei besonders guten Leistungen ist es möglich, die Abschlussprüfung vorzeitig abzulegen. Ebenso kann die Ausbildungszeit bei Bedarf auch verlängert werden.

Money, Money, Money

Jeder von euch hat das Recht auf eine „angemessene Vergütung“. Diese kann je nach Betrieb und Fachrichtung unterschiedlich hoch sein. Es ist also möglich, dass dein Azubikollege in einem anderen Betrieb, trotz gleichem Ausbildungsjahr und Fachrichtung mehr oder weniger verdient.

Prüfungen und Abschluss

Während deiner Ausbildung zum Gärtner musst du zwei wichtige Prüfungen ablegen. Die Zwischenprüfung in der Mitte der Ausbildung  und die Abschlussprüfung. Bei der Zwischenprüfung müsst ihr euer theoretisches Wissen abrufen. Die Abschlussprüfung ist in drei Teile gegliedert. Neben einer schriftlichen Prüfung müsst ihr auch eine praktische und eine mündliche Prüfung ablegen. Mit Bestehen der Abschlussprüfung habt ihr die Ausbildung zum Gärtner erfolgreich beendet.

Nach der Ausbildung könnt ihr in vielen Bereichen Weiter- oder Fortbildungen absolvieren. Dazu gehört der Meister, Techniker, Fachagrarwirt oder ein Studium an einer Hochschule oder Universität.