Staudengärtner – die Vielseitigen

 

Du bist wissbegierig, voller Energie und hast Bock, Dich auch im Beruf für Klimaschutz und Artenvielfalt einzusetzen? Dann rüste Dich mit Eisenhut, Morgenstern-Segge und Schildblatt und entdecke das Reich der Stauden. Doch sei gewarnt, diese mehrjährigen, nicht-verholzenden Pflanzen eröffnen Dir eine Welt der Wunder, die Dich ein Leben lang in ihren Bann schlagen wird! Das riskierst Du gerne? Dann informier Dich jetzt über die Ausbildung zum Staudengärtner!

Staudengärtner – was machen die?

Eines steht fest, der Beruf Staudengärtner wäre selbst nach zwei Leben noch spannend! Dafür sorgt schon die Bandbreite im Sortiment: Viele Staudengärtnereien kultivieren weit über 1.000 Arten und Sorten. Darunter befinden sich viele heimische Pracht- und Wildstauden, die für die Tierwelt von besonderem Nutzen sind. Aber auch spannende Arten aus anderen Ländern können unsere Gärten optisch wie ökologisch bereichern – etwa trockenheitsresistente Stauden oder spät blühende Arten, dank der Bienen und andere Insekten auch im Spätsommer und Herbst genug Nahrung finden. Dem riesigen Arten- und Sortenspektrum ihres Berufs entsprechend verfügen Staudengärtner über umfangreiche Pflanzenkenntnisse. Was gedeiht in welchem Boden? Wie viel Sonne oder Schatten wird toleriert? Welche Arten gedeihen trotz Abgasen, Streusalz und regelmäßigem Hundebesuch?

Staudengärtner sind ein wandelndes Pflanzen-Wiki, das sich ständig erweitert.

Die Arbeit in der Staudengärtnerei selbst besteht aus zwei Schwerpunkten: der Pflanzenanzucht und der Kundenberatung samt Pflanzenverkauf. Zur Pflanzenanzucht werden in der Staudengärtnerei von „Mutterpflanzen“ Samen oder Pflanzenteile gewonnen und in Töpfen herangezogen. Zu den Tätigkeiten der Staudengärtner gehört es, die heranwachsenden Pflanzen zu gießen, mit Nährstoffen zu versorgen, gegebenenfalls zu schneiden und dafür zu sorgen, dass sie gesund bleiben. Die Themen biologischer Pflanzenschutz und Nachhaltigkeit werden in diesem Beruf traditionell groß geschrieben. Schließlich wollen Staudengärtner robuste Pflanzen produzieren, die ihren Kunden jahrelang Freude bereiten, und die gerade in Zeiten des Klimawandels enorm wichtig für uns alle sind.

Staudengärtner – wo arbeiten die?

In kleinen oder großen Staudengärtnereien, breit aufgestellt oder spezialisiert, beispielsweise auf Schattenpflanzen, Wasserpflanzen oder Duftpflanzen. In Staudengärtnereien mit Verkauf oder in Staudengärtnereien, die ausschließlich für den gärtnerischen Fachhandel produzieren, also für Baumschulen, Gartencenter, Einzelhandelsgärtnereien sowie den Garten- und Landschaftsbau.

Im Betrieb selbst sind Staudengärtner vor allem auf den Anbauflächen im Freiland unterwegs, aber auch in Topfhallen, wo sie Pflanzen vermehren oder für die Abholung beziehungsweise den Versand vorbereiten. Denn selbstverständlich ist die Digitalisierung längst auch in diesem Beruf fest verankert und ein Onlineshop für viele Staudengärtnereien ein wichtiges Standbein. Auch die Pflege des Webauftritts oder das Entwickeln neuer Features könnte bei Interesse Teil Deines Berufs sein.

Insbesondere in Staudengärtnereien mit Verkauf ist die Kundenberatung ein wichtiges Aufgabengebiet der Staudengärtner: Deine Kundschaft triffst Du auf den Verkaufsflächen, in zu Inspirationszwecken angelegten Schaugärten, auf Wochenmärkten oder auf Pflanzenmärkten, zu denen insbesondere Spezialitätengärtnereien oft mehrmals im Jahr anreisen.

Der Ausbildungsschwerpunkt "Verkaufen und Beraten" bereitet Dich gezielt auf diesen Aspekt Deines künftigen Berufs vor.

Wie werde ich Staudengärtner?

Staudengärtner üben ihren Beruf mit Herz, Hand und Köpfchen aus. Die mit Abstand wichtigste Voraussetzung für eine Ausbildung zum Staudengärtner ist die Begeisterung für Natur und Pflanzen. Hilfreich ist in diesem Beruf zudem ein gutes Gedächtnis, denn die Welt der Stauden ist riesig. Wenn Du gut mit Menschen umgehen kannst, kommt Dir das bei der Beratung und im Verkauf sehr zugute. Wer Programmierkenntnisse hat, kann diese ebenso anwenden, wie Gestaltungstalente, die ihre kreative Ader im Schaugarten, bei der Warenpräsentation oder der Aufmachung des Webauftritts ausleben können.

Wie läuft die Ausbildung zum Staudengärtner ab?

Bei der dualen Ausbildung zum Staudengärtner sind Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt. An bestimmten Wochentagen oder blockweise besuchst Du die Berufsschule. Dort eignest Du Dir das Grundlagenwissen für den Beruf Staudengärtner an – und kannst es bei der praktischen Arbeit im Ausbildungsbetrieb meist direkt anwenden und weiter ausbauen. Nach etwa der Hälfte der Ausbildungszeit erfolgt eine Zwischenprüfung. Sie hilft dir, Deinen aktuellen Wissensstand einzuschätzen, damit Du etwaige Lücken zügig schließen kannst. Am Ende der Ausbildung zum Staudengärtner steht eine Abschlussprüfung. Zwischen- und Abschlussprüfung bestehen jeweils aus einem schriftlichen, mündlichen und einem praktischen Teil.

Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel drei Jahre. Wer bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen oder einen höheren Schulabschluss wie Fachabitur und Abitur hat, kann die Zeit um bis zu einem Jahr verkürzen. Bei besonders guten Leistungen kannst Du die Abschlussprüfung vorzeitig ablegen.

Was verdient ein Staudengärtner?

Das Gehalt während Deiner Ausbildung zum Gärtner hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa von der Ausbildungsdauer und vom Bundesland, in dem Du Deinen Ausbildungsplatz antrittst.

In der Tabelle sind die durchschnittlichen Ausbildungsvergütungen angegeben.

Westdeutsche Bundesländer:

1. Ausbildungsjahr

620 - 825 €

2. Ausbildungsjahr

700 - 925 €

3. Ausbildungsjahr

780 - 1.025 €

 

Ostdeutsche Bundesländer:

1. Ausbildungsjahr

350 - 825 €

2. Ausbildungsjahr

470 - 925 €

3. Ausbildungsjahr

500 - 1.025 €

 

Nach abgeschlossener Berufsausbildung hängt das Gehalt eines Staudengärtners vom Aufgabengebiet und dem Anspruch der Tätigkeiten ab sowie vom Betriebs selbst. Berufseinsteiger starten mit etwa 26.000 Euro brutto. Die Spanne kann beträchtlich sein – es lohnt sich, die vielfältigen Fortbildungsmöglichkeiten zu nutzen.

Ausbildung zum Staudengärtner fertig – und dann?

Staudengärtner ist ein Beruf, in dem man niemals auslernt, das trägt zu seinem besonderen Reiz bei. Zudem sind Stauden gefragt wie nie, und damit auch Dein Berufsstand. Dein Fachwissen wird zudem in den unterschiedlichsten Bereichen benötigt – in Botanischen Gärten, in Freizeitparks, in Zoos, in gartenbaulichen Lehr- und Versuchsanstalten, in Schlossgärten, an Filmsets, bei der Öffentlichen Hand, in exklusiven Privatgärten...

Ob Du das vielfältige Fortbildungsangebot nutzen, Deinen Meister[Link Meister] machen oder noch ein Studium dranhängen möchtest, als Staudengärtner hast Du zahlreiche Perspektiven.

Immer eine gute Idee: Mach ein Praktikum!

Die allermeisten Betriebe freuen sich sehr über Dein Interesse und geben Dir gerne die Gelegenheit, in ihren Arbeitsalltag hineinzuschnuppern. Haben beide Seiten das Gefühl, dass es passt, springt dabei auch ganz schnell mal ein Ausbildungsplatz heraus. Finde jetzt Deinen Betrieb in Deiner Nähe!

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Staudengärtner: Mein Arbeitsplatz, mein Team, meine Maschinen

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