Baumschulgärtner – die Klimaretter!

 

Die Welt brennt – und Baumschulgärtner sind die Feuerwehr! Denn sie ziehen die Pflanzen heran, die sich dem Klimawandel am Wirkungsvollsten entgegenstemmen. Sei mit dabei, kremple die Ärmel hoch und werde zum Klimahelden!

Baumschulgärtner – was machen die?

Baumschulgärtner schaffen Lebensräume für unzählige Tierarten und attraktive Gestaltungselemente für Gärten, Parks und andere Grünflächen. Sie produzieren nachhaltiges Baumaterial, installieren hocheffiziente Kohlendioxidspeicher und versorgen unsere Lungen großzügig mit Sauerstoff. Kurz: Sie kultivieren Bäume, Sträucher und andere mehrjährige verholzende Pflanzen.

Manche Baumschulen spezialisieren sich auf die Jungpflanzenproduktion, andere begleiten ihre Sprösslinge jahrzehntelang, ehe diese als wertvolle Großbäume das Gelände der Baumschule verlassen – per Spezialtransporter! Durch eine geschickte Pflanzplanung sowie auf die Pflanzen abgestimmte Pflegemaßnahmen sorgen Baumschulgärtner dafür, dass sich die Gehölze vom Samenkorn, Steckholz oder Steckling bis zum Verkauf optimal entwickeln.

Zur Pflege zählt etwa das „Verschulen“, also das regelmäßige Umpflanzen innerhalb der Baumschule. Es fördert gut verzweigte Wurzelballen und hält die Gehölze verpflanzfähig. Die Ziele des Gehölzschnitts hängen vom Verwendungszweck der Pflanzen ab. Bei Obstgehölzen beispielsweise wird ein gleichbleibend hoher Ertrag angestrebt. Heckenpflanzen sollen dicht wachsen, Alleebäume möglichst uniform aussehen, Bonsais hingegen einzigartig. Apropos, in der Baumschule erfordert nicht nur die Bonsai-Anzucht ein hohes Maß an Feinmotorik, sondern auch das sogenannte Veredeln: Dabei werden Teile zweier unterschiedlicher Pflanzen zusammengefügt, um die Wuchseigenschaften der Sorte zu beeinflussen. Grobmotorik ist Dir lieber?  Technikfreaks kommen in Baumschulen definitiv auf ihre Kosten, denn in Baumschulen ist ein ganzer Fuhrpark im Einsatz – zum Beispiel Eggen, Sä-, Topf- und Pflanzmaschinen, Erdbohrer, Hebebühnen, Ballenstechmaschinen, Ladekräne...

Zum Verkauf werden die Pflanzen gerodet – also der Wurzelballen umstochen, aus der Erde gehoben und mit Ballentuch und/oder Drahtgeflecht eingeschlagen – und verlassen die Baumschule. An ihrem neuen Bestimmungsort dürfen die Klimaverbesserer dann endgültig einwurzeln – während in der Baumschule bereits die nächste Generation Bäume und Sträucher ihren Platz einnimmt.

Apropos Verkaufen: Wenn Du gut mit Menschen kannst, bist Du im Ausbildungsschwerpunkt „Verkaufen und Beraten“ genau richtig. Dort beschäftigen sich die künftigen Baumschulgärtner neben der Kundenberatung und dem Verkauf auch mit der Gestaltung und Betreuung der Verkaufsflächen.

Baumschulgärtner – wo arbeiten die?

Baumschulen gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Ausrichtungen, beispielsweise

  • die auf Privatkunden spezialisierten GartenBaumschulen. Sie bieten auch zugekaufte oder selbstproduzierte Stauden, Beet- und Balkonpflanzen und Wasserpflanzen an sowie gärtnerisches Zubehör.
  • europaweit tätige Großbaumschulen, die ausschließlich an Wiederverkäufer, Garten- und Landschaftsbaubetriebe und die Öffentliche Hand verkaufen.
  • Spezial-Baumschulen, etwa mit Fokus auf Rosen, Rhododendren, Bonsais, Forstgehölzen oder alten Obstsorten.

Der Arbeitsplatz der Baumschulgärtner hängt von der Art der Baumschule ab, befindet sich aber nahezu rund ums Jahr im Freien. Haupteinsatzgebiete sind die Produktions- und Verladeflächen, in Baumschulen mit Endverkauf auch die Verkaufsflächen. Bietet die Baumschule Dienstleistungen wie die Gehölzpflanzung und -pflege an, können Baumschulgärtner auch auf Außeneinsätzen bei ihren Kunden unterwegs sein.

Das rockt! Wie werde ich Baumschulgärtner?

Deine Schulnoten sind für viele Baumschulen zweitrangig. Wenn Du die Natur liebst, motiviert und zuverlässig bist und kein Problem damit hast, rund ums Jahr im Freien zu arbeiten, ist das schon die halbe Miete. Ein mathematisches und technisches Grundverständnis sind auf jeden Fall hilfreich, aber auch Organisationstalente und geborene Kaufleute sind gefragt.

Wie läuft die Ausbildung zum Baumschulgärtner ab?

Bei der dualen Ausbildung zum Baumschulgärtner sind Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt. An bestimmten Wochentagen oder blockweise besuchst Du die Berufsschule. Dort eignest Du Dir das Grundlagenwissen für den Beruf Baumschulgärtner an – und kannst es bei der praktischen Arbeit im Ausbildungsbetrieb meist direkt anwenden und weiter ausbauen. Nach etwa der Hälfte der Ausbildungszeit erfolgt eine Zwischenprüfung. Sie hilft dir, Deinen aktuellen Stand einzuschätzen, damit Du etwaige Lücken zügig schließen kannst. Am Ende der Ausbildung zum Baumschulgärtner steht eine Abschlussprüfung. Zwischen- und Abschlussprüfung bestehen jeweils aus einem schriftlichen, mündlichen und einem praktischen Teil. Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel drei Jahre. Wer bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen oder einen höheren Schulabschluss wie Fachabitur und Abitur hat, kann die Zeit um bis zu einem Jahr verkürzen. Bei besonders guten Leistungen kannst Du die Abschlussprüfung vorzeitig ablegen.

Was verdient ein Baumschulgärtner?

Das Gehalt während Deiner Ausbildung zum Gärtner hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa von der Ausbildungsdauer und vom Bundesland, in dem Du Deinen Ausbildungsplatz antrittst.

In der Tabelle sind die durchschnittlichen Ausbildungsvergütungen angegeben.

Westdeutsche Bundesländer:

1. Ausbildungsjahr

620 - 825 €

2. Ausbildungsjahr

700 - 925 €

3. Ausbildungsjahr

780 - 1.025 €

 

Ostdeutsche Bundesländer:

1. Ausbildungsjahr

350 - 825 €

2. Ausbildungsjahr

470 - 925 €

3. Ausbildungsjahr

500 - 1.025 €

 

Nach abgeschlossener Berufsausbildung hängt das Gehalt eines Baumschulgärtners vom Aufgabengebiet und dem Anspruch der Tätigkeiten ab sowie vom Betrieb selbst. Berufseinsteiger verdienen jährlich zwischen 20.000 und 25.000 brutto. Die Spanne kann beträchtlich sein – es lohnt sich, die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten zu nutzen.

Baumschulgärtner Ausbildung fertig – und dann?

Mit dem Beruf Baumschulgärtner eröffnen sich Dir zahlreiche Perspektiven. Du kannst das umfangreiche Weiterbildungsangebot nutzen, um innerhalb eines Betriebes Karriere zu machen – zum Beispiel in der Produktion, im Einkauf oder Vertrieb, als Ausbilder oder mittelfristig sogar in leitender Funktion. Du kannst als Baumschulgärtner aber auch in Arboreten und anderen botanischen Gärten arbeiten, in exklusiven Privatgärten oder für die Öffentliche Hand. Oder Du konzentrierst Dich auf die Baumpflege und machst einen entsprechenden Abschluss als Fachagrarwirt [Link auf Bild dich weiter].

Immer eine gute Idee: Mach ein Praktikum!

Die allermeisten Betriebe freuen sich sehr über Dein Interesse und geben Dir gerne die Gelegenheit, in ihren Arbeitsalltag hineinzuschnuppern. Haben beide Seiten das Gefühl, dass es passt, springt dabei auch ganz schnell mal ein Ausbildungsplatz heraus. Finde jetzt Deinen Betrieb in Deiner Nähe!

Baumschulgärtner

Baumschulgärtner: Mein Arbeitsplatz, mein Team, meine Maschinen

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