Gärtner Ausbildung geschafft – und dann?

In meinem letzten Beitrag, der zugegebenermaßen schon ewig her ist, hab ich Euch von meinem Lebenslauf berichtet. Wie Ihr ja wisst, habe ich nach meiner Verkäuferausbildung noch die Ausbildung zur Zierpflanzengärtnerin gemacht, und spätestens als ich ins 3. Ausbildungsjahr kam, war mir klar – „ich möchte mich noch weiter qualifizieren“. Dieser Blog ist also ein Blick in Eure Zukunft und soll euch die verschiedenen Qualifikationsmöglichkeiten im Gartenbau aufzeigen. Ich gebe, wie immer, meine persönliche Erfahrung mit dazu!

Auf das Thema Meister- oder Technikerschule wurde ich zum ersten Mal durch den Berufsschulunterricht aufmerksam. Noch heute sehe ich die Seite im Schulbuch „Fachkunde für Gärtner/-innen“, die wie eine Art Leitfaden aufgebaut war, wie es nach der erfolgreich bestandenen Abschlussprüfung weitergehen kann. Da ich von Natur aus sehr ehrgeizig und zielstrebig bin, blieb das Thema immer im Hinterkopf. Jedes Mal wenn ich von Kollegen oder Verwandten auf meine kurz bevorstehende Abschlussprüfung mit dem Satz „Jetzt hast du es bald geschafft“ angesprochen wurde, entgegnete ich meist: „Ja, vorerst, aber ich würde gerne nach den zwei Jahren Berufserfahrung auf die Meisterschule gehen“.

Weiterbildung: die Qual der Wahl und das liebe Geld

Da man aber bekanntlich das Pferd nicht von hinten aufsattelt, hab ich zuerst meine Abschlussprüfung bestanden und erst mal, wie ihr schon wisst Arbeitserfahrung gesammelt. Nach den zwei Jahren wurde der Wunsch auf die Meisterschule zu gehen wieder stärker und so verbrachte ich einen freien Tag damit mich über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren.WP_001421

Die wohl bekannteste Schulform ist die einjährige Meisterschule. Im Anschluss kann man dann noch 1 Jahr auf die Technikerschule aufbauen. Zweifel kamen mir auf, als ich über folgenden Satz stolperte: „Ein Jahr kein Gehalt“. „Ich hatte doch ’ne Wohnung, ein Auto und sonst noch die typischen Erwachsenenverpflichtungen. Konnte ich mir das überhaupt leisten?,“ dachte ich.
Dann entdeckte ich aber das Model der Teilzeitschule. Die LVG in Erfurt hatte zu dieser Zeit angeboten zwei Jahre Schule im Blockunterricht zu besuchen. „Blöd nur, wenn die Schule und der Wohnort nicht wirklich nah beieinander liegen und man dafür durch halb Deutschland fahren muss!“ Also bot die Staatliche Gartenbauschule in Stuttgart-Hohenheim die beste Lösung für mich an, und zwar zum Wintersemester. Stuttgart war nicht weit weg von meinem Wohnort und im Winter haben wir sowieso Überstunden abgebaut, sodass ich nur für fünf Monate Meister – BAföG zurückzahlen müsste. 

1653465_887503597932833_1631639685_nDas hieß allerdings auch für mich, den Lernstoff für den man normalerweise 12 Monate Zeit hat, in weniger als die Hälfte zu lernen plus eine Meisterarbeit zu schreiben und fristgerecht abzugeben. Dankend hab ich nach der Anmeldebestätigung die Einladung zu dem Informationstag angenommen, der im Juli – vier Monate vor Schulbeginn – stattfand. Da wurde jedem Interessenten ausführlich erklärt, was die Anforderungen sind und was generell auf einen während der Schulzeit zukommt.

Der Zeitplan war straff: Im November startete die Schule, im Dezember stand die Ausarbeitung des Themas für die Meisterarbeit an und Ende Dezember der Zulassungsbescheid vom Regierungspräsidium für das Thema.  Anfang März musste die Meisterarbeit abgegeben werden und Ende des Monats war dann auch schon Schulende. Da die Prüfung zeitgleich mit den Jahresmeistern im Mai und Juli anstanden, hatte ich im Anschluss noch einige Monate um mich zu Hause mit ausreichend Lernmaterial auf die Prüfung vorzubereiten.

Gärtnermeisterin: Würde ich es wieder machen?

20140725_170246 Definitiv „Ja“! Man muss zwar in den fünf Monaten private Interessen hinten anstellen und sich auf das Lernen und auf sein Ziel konzentrieren, doch ich habe es während meiner Schulzeit nie bereut den „kurzen“ Weg genommen zu haben und auch später als es dann um die Bewerbung auf eine Meisterstelle ging, ist es durchweg positiv angekommen. Kurz gesagt: Das Wintersemester ist eine gute Möglichkeit schnell und mit weniger Kosten zu einer weiteren Qualifikation in seinem Beruf zu kommen, wenn man sich bewusst ist, was auf einen zukommt und man auch bei einem kleinen Durchhänger die Zähne zusammenbeißt und weitermacht.

Und zu Eurer Beruhigung, auch ich hatte ab und an Phasen, wo ich gedacht habe, dass ich die Meisterarbeit nicht rechtzeitig fertigbekomme oder Angst vor einem Blackout bei der mündlichen Prüfung. Aber es ist alles gut gegangen! 

Ich hoffe, ich habe mit dem Artikel Euer Interesse nach mehr geweckt. Schaut gerne auf der beruf-gaertner.de, welche Qualifikation zu Euch passen könnte, Abiturienten haben z.B. direkt nach der Ausbildung die Möglichkeit zu studieren oder ihr holt eure Fachhochschulreife nach! Ganz egal was, Hauptsache Ihr habt Spaß und es bringt Euch weiter!

Falls Ihr jetzt noch Fragen an mich habt einfach raus damit!

Liebe Grüße

Eure Jessica

 

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