Von der Jahrespraktikantin zu Gärtnermeisterin!

In meinem 2. Blogbeitrag erzähle ich Euch heute, wie ich überhaupt zu dem Beruf Gärtner gekommen bin und wie es nach der Ausbildung für mich weiter ging. Ich möchte mit Vorurteilen aufräumen und Euch zeigen, dass der Beruf des Gärtners vielleicht doch nicht so eingestaubt ist, wie viele denken.

Mit einem EQJ-Praktikum im Gartencenter fing alles an

19032010669Nachdem ich meine Realschule, zugegeben mehr schlecht als recht, beendet hatte, wusste ich nicht so richtig, was ich machen sollte. Ich hatte mich zu spät bei Betrieben beworben, die Noten waren nicht so prickelnd, ich war nicht so selbstsicher wie heute und überhaupt unerfahren, was das Thema „Arbeitswelt“ anging. Also blieb ich noch ein Jahr in der Schule und habe in den Folgejahren bei verschiedenen Praktika in die unterschiedlichen Berufe reingeschnuppert, bis ich schließlich bei einem Jahrespraktikum dem sogenannten EQJ im Gartencenter eines Baumarktes hängen geblieben bin – quasi mein Einstieg in die grüne Branche!

Dort war ich bei den Zimmerpflanzen und hatte hauptsächlich mit der Pflege und der Beratung der Kunden zu tun, nach dem Praktikumsjahr habe ich dann eine 2-jährige Ausbildung als Pflanzenfachverkäuferin gemacht und erfolgreich abgeschlossen. Dieses Erfolgserlebnis hat mein Selbstvertrauen bestärkt und mich selbstsicherer werden lassen.

Erst im 2. Schritt zur Gärtnerin im Zierpflanzenbau

Schon während ich noch in der Ausbildung im Gartencenter war, wurde mir klar das mich der Beruf des Gärtners interessiert. Ich wollte alles rund um die Pflanze erfahren, deswegen habe ich mich auf eine Ausbildungsstelle als Gärtnerin im Zierpflanzenbau beworben und im Gegensatz zu früher habe ich statt Absagen, sofort eine Zusage bekommen! Und so begann ich meine 2. Ausbildung, und zwar in der Stadtgärtnerei.

Schnell hab ich gemerkt: Das ist genau das Richtige für mich!

Foto0207Mir wurde gezeigt, wie aus einem Saatkorn ein Stiefmütterchen wird oder wie man durch Stecklinge Geranien vermehrt und das, was ich produzierte, konnte ich dann verkaufen. Ein tolles Gefühl!
Dadurch, dass ich beim Öffentlichen Dienst gelernt habe, wurde mir auch die Grünflächenunterhaltung und -pflege beigebracht. So konnte ich mir neben Pflanzenkenntnissen im Zierpflanzenbau auch Kenntnisse im Bereich der Stauden und Gehölze aneignen. Aber auch die Kreativität wurde gefördert, so habe ich von Grund auf gelernt, wie man Adventskränze bindet und dekoriert oder wie man Grabgestecke macht. Ich war dankbar, dass ich meine Interessen selbstständig erweitern konnte und mir auch die Möglichkeiten durch zur Verfügung gestellter Arbeitsmaterialien gegeben wurden.
Nach drei Jahren Lehrzeit hab ich meine Prüfung erfolgreich bestanden und hätte weiter in Grünflächenunterhaltung arbeiten können, doch ich wie bei meiner ersten Ausbildung schon wieder ein neues Ziel vor Augen: Gärtnermeisterin werden!

Für den Job nach Süddeutschland

Da man dazu mindestens zwei Jahre praktische Berufserfahrung braucht, habe ich mich in einer privaten Produktionsgärtnerei in Baden-Württemberg beworben und bin so im Jahr 2012 in den Süden Deutschlands gezogen. Doch schon nach kurzer Zeit wurde mir klar, dass ich den Kundenkontakt brauchte. In diesem Betrieb habe ich nur Pflanzen vermehrt und für den Versand auf den Großmarkt gerichtet, und da ich ein kreativer Mensch bin, fehlte mir einfach der Austausch mit Menschen, die gerne etwas von mir in Kombination mit Pflanzen gestaltet haben wollten. Und so wechselte ich nach fünf Monaten den Betrieb und fand meinen Platz in einer Endverkaufsgärtnerei.

Dieser Betrieb bestand zum einen aus einem Produktionsbetrieb und zum anderen aus einem Endverkaufsbetrieb, sprich: die eigens produzierten Pflanzen wurden an Kunden vor Ort verkauft. Da war ich dann wieder in meinem Element und konnte mich bei Schalenbepflanzung, Grabgestaltung und Kundeberatung austoben.

In den zwei Jahren lernte ich noch so viel über die Pflanzenproduktion, über selbstständiges Arbeiten, Zeiteinplanung und vieles mehr. Und dann war es endlich so weit: Im November 2013 besuchte ich wieder die Schule, um meinen Meister zu machen!

Wenn Ihr wissen wollt, wie es auf und nach der Meisterschule für mich weiterging, dann schaut bei den kommenden Blogs von mir vorbei! Und scheut Euch nicht, mir Eure Fragen zu stellen!

Liebe Grüße

Jessica

 

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