Der japanische Trockengarten im Stadtgarten

Der japanische Trockengarten in Gelsenkirchen

Der japanische Trockengarten in Gelsenkirchen

Es kommt relativ häufig vor, dass ich gefragt werde, was ein Gartenbautechniker so macht. Die Frage, was ein Gartenbautechniker bei der Stadt macht, antworte ich besonders gerne. Ich sorge mit meinen Mitarbeitern dafür, dass sich viele Mitbürgerinnen und Mitbürger an unseren Grünanlagen erfreuen können und Erholung finden.

Stadtgärtner sein ist mehr als Laub kratzen und Unkraut zupfen

Was wäre eine Stadt ohne ihre Wälder, Parkanlagen, Spielplätze und Grünzüge? Nicht viel!“ Schließlich bedeutet Grün in der Stadt ein deutliches Plus an Lebensqualität. Dabei geht es nicht nur um die Pflege und Unterhaltung von Grünanlagen. Gärtner bei der Stadt leisten wesentlich mehr als Unkraut zupfen und im Herbst Laub kratzen.

Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit haben wir schon so manches Projekt umgesetzt. Es macht großen Spaß zu sehen, wie die Planungen Realität werden und alles wächst und gedeiht. Und vor allem freut es mich, wenn das neu geschaffene von der Bevölkerung und den Parkbesuchern angenommen wird.

Wie aus der alten Grotte der japanische Trockengarten wurde

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Steinlaterne

Eins der spannendsten Projekte war die Gestaltung eines japanischen Trockengartens im Kare-san-sui-Stil. Das bedeutet in etwa so viel wie „ausgetrocknete Landschaft“. Also ein asiatischer Garten, der ohne das Element Wasser auskommt. Das Wasser wird durch wellenförmige Strukturen in Kies- oder Sandflächen, in unserem Fall mit Edelsplitt 0-5mm angedeutet.

Früher (um 1900) befand sich an der Stelle eine Grotte, die inzwischen trocken gelegt wurden. Allerdings haben die Steine (aus Muschelkalk) der Grotte die Zeit überdauert und waren jahrelang mit Efeu überwachsen.

Der gesamte Bereich wurde zunächst von Bewuchs befreit, danach wurde die „Wasserflächen“ aus Schotter und besagtem Splitt angedeutet, ehe man mit der Neupflanzung beginnen konnte.

Die für einen japanischen Garten typischen Pflanzen wie Gräser, Bambus und ein Ginkgo dürfen natürlich nicht fehlen. Als zusätzliche Highlights haben wir eine typische Steinlaterne und drei Meditationssteine eingebaut.

Der japanische Trockengarten wurde in Zusammenhang mit der Entente florale angelegt und erfreut sich seitdem einer wachsenden Beliebtheit.

Durch den hohen Splittanteil ist auch der Pflegeaufwand überschaubar, so dass sich die Neuanlage „bezahlt“ gemacht hat, ohne dass an anderer Stelle Grünpflege zurückgefahren werden musste.

Gibt es auch in Eurer Stadt Projekte, die euch besonders am Herzen liegen und an denen ihr vielleicht schon mitgearbeitet habt?